Die Sensation der Friesengeister ist perfekt!!!

180324 04Die Situation vor einem letzten Spieltag hätte kaum jemand spannender aufschreiben können. Drei Mannschaften haben sich um die Vize-Meisterschaft 2018 beworben. Die VSG Flensburg-Adelby stand mit 31 Punkten und allen Spielen auf dem zweiten Platz. Dahinter standen die Friesen mit 30 Punkten, dicht gefolgt von der VSG Lübeck-Rangenberg mit 28 Punkten, die jedoch zwei Spiele an diesem Tag hatten. Für sie stellte sich noch eine besondere Konstellation dar. Deren erste Mannschaft spielte in der darüberliegenden Regionalliga, waren jedoch bereits abgestiegen. Mit der Vize-Meisterschaft, die unter gewissen Umständen sogar für ein Startrecht in der Regionalliga berechtigen könnte, hätten sie für ihre erste Mannschaft noch die Rettung darstellen können. Aus diesem Grund waren auch einige Spieler des ersten Teams lautstark in der Halle vertreten. Die Flensburger konnten hingegen nur noch zuschauen und abwarten. Für die Friesengeister war der Druck eigentlich nur sehr gering, hatten sie doch eh schon als Aufsteiger eine sensationelle Saison gespielt. Als nur Fünftplatzierter der letztjährigen Landesliga durften sie aufgrund mehrerer Umstände noch einen Platz in der Verbandsliga wahrnehmen.

Auch der Kader blieb identisch. Zwar kamen zu Beginn der Saison der ein oder andere Gastspieler ins Training, jedoch entstanden daraus letztendlich leider keine Neuzugänge. Hinzu kam, dass sich mit Ramon Andreä ein etablierter Spieler aus gesundheitlichen und privaten Gründen für die Saison abmeldete. Mannschaftsführer Helge Jürs übernahm zudem das Traineramt vom weggezogenen Oliver Wagner in Form eines Spielertrainers. Auch während der Saison wurde mit so manch einem personellen Ausfall gekämpft und so war es eine enorme Erleichterung und auch Verstärkung, dass mit Daniel D'Argento ein ehemaliger Friesengeist zur Rückrunde wieder mit im Kader stand.

Diese Konstellation zum letzten Spieltag deutete sich bereits vor etwa zwei Spieltagen an, doch das schwere Spiel in Strande auf dem Weg zu diesem Saisonfinale hätte beinah einen tragischen Ausgang genommen, wenn die Friesen es nicht in letzter Sekunde noch gedreht hätten. Doch bereits hier leidete das Team unter den verletzungsbedingten Ausfällen von Mittelblocker Mattes Dommaschk und Libero Kristof Hansen. Seine Position übernahm der ebenfalls im Laufe der Saison zurückgekehrte Dirk Brzezinski und für Mattes Dommaschk wurde Jugendspieler Tjark Seemann ins Team hochgezogen, der seine Sache sehr gut gemacht hat. Für das letzte Spiel sollten noch mal alle Kräfte mobilisiert werden. Aufgrund der Ausfälle sollten die offenen Kaderplätze mit talentierten Spielern aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt werden. Zudem sollte auch Neuzugang Robin Freitag sein Debüt feiern dürfen. Doch es war wie verhext. Aus geplanten 12 Spielern wurden quasi über Nacht nur noch 9 Verbliebene, denn alle geplanten Debütanten konnten aus beruflichen Gründen nicht mitkommen. Das war sehr schade, denn es wäre eine gute Gelegenheit gewesen den Weg ins Team bereits zu finden. Aber es sollte nun mal nicht sein...

Also mussten und wollten es die etablierten Kräfte richten. Im Mannschaftsbus ging es gemeinsam auf die lange Reise nach Lübeck und bereits im ersten Spiel des Tages zeigten die Lübecker, nach anfänglichen Schwierigkeiten, dass sie sich einen Doppelerfolg an diesem Tag vorgenommen hatten. Sie traten zunächst gegen den VC Neumünster an, die mit einem guten Kader angereist waren. Der erste Satz ging auch an die Neumünsteraner, doch dann spielten die Lübecker konstant zu Ende und gewannen mit 3:1. Damit war die Marschroute klar. Der Sieger des letzten Spiels wird Vize-Meister, wobei die Friesen einen 3-Punkte-Erfolg brauchten. Diesen Nachteil hatten sie ihrer eigenen Nachlässigkeit beim 5-Satz-Spiel in Strande zu verdanken. Aufgrund des reduzierten Kaders mussten noch zwei Fragen geklärt werden. Wer spielt den Libero und wie können wir die gegen Lübeck nicht ganz unwichtige Mittelblockerposition etwas unterstützen, damit sie nicht vollends auf den Schultern unserer Jugendlichen Jasper Frerichs (17) und Tjark Seemann (15) lasten. Kurzum übernahm Henning Jessen die Liberoposition, während Helge Jürs auf die Mitte wechselte.

Das Spiel an sich ist eigentlich schnell erzählt. Beide Mannschaften spielten ihr Spiel konzentriert herunter und kaum ein Nebenschauplatz störte diesen Eindruck. Hierfür war demnach auch ein gutes und routiniertes Schiedsgericht aus Neumünster zu erwähnen. Bis zur Mitte eines Satzes konnte sich kaum jemand nennenswert absetzen und jeweils der spätere Satzsieger schaffte es sich zum Ende hin einen gewissen Vorsprung zu erarbeiten. Dadurch gewannen die Husumer den ersten Satz mit 25:20, bevor die Lübecker im zweiten Durchgang das gleiche positive Ergebnis für sich verbuchen konnten. Der dritte Satz war also schon entscheidend. Ein zweiter Satzerfolg für Lübeck bedeutete zugleich keinen 3-Punkte-Erfolg mehr für die Friesengeister. Davon unbeeindruckt oder womöglich war es auch nicht jedem bewusst, wurde der Satz mit Vollgas durchgezogen. Lübeck bekam kaum einen Fuß auf den Boden und am Ende stand es beeindruckenderweise 25:16. Doch wie kennen wir unsere Friesen dieses Jahr nur zu gut. Hohe Satzerfolge tun dem nachfolgenden Durchgang meist nicht gut. Doch auch dieses hielt sich an diesem Tag zumindest in Grenzen. Beide Teams konnten sich kleine 2-3 Punkte Vorsprünge erspielen, bevor erneut die Friesen-Dynamites am Ende mit 23:20 das rettende Ziel vor Augen hatten. Doch es sollte noch einmal spannend werden. Anstatt den Matchball und somit einen Big-Point zu erspielen, kam Lübeck auf 21:23 heran. Dann kam die nächste Chance. Ein platzierter Aufschlag zwang Neu-Libero Jessen jedoch in die Knie, der Ball ging unerreichbar aus dem Feld heraus und es stand 22:23. Nun wurde es ein Nervenspiel und die Friesen haben auch auf diesem Sektor scheinbar einiges hinzugelernt, denn sie blieben komplett ruhig und jeder konzentrierte sich auf seine Aufgaben. Die Punkte wurden fokussiert heruntergespielt und das Ergebis waren zwei Punkte in Folge und ein grenzenloser Jubel auf Husumer Seite. Das nie für möglich Gehaltene ist nun doch eingetreten. Schiedsgericht und Gegner sowie gar die gegnerischen Fans drückten ihre Glückwünsche aus und bestätigten den Husumern ein starkes Spiel.

Die Friesen-Dynamites waren letztendlich in der Verbandsliga mit dem Ziel Klassenerhalt angetreten. Andere Ziele wären bei den ursprünglichen Voraussetzungen auch vermessen gewesen. "Als wir vor einem Jahr vom Verband gefragt wurden, ob wir in der Verbandsliga spielen möchten, haben wir spontan Ja gesagt, weil es eine Chance für uns und den TSV Husum war und selbst bei einem Abstieg wäre man wieder dort gewesen, wo man eh schon war", so Spielertrainer Jürs nach dem Spiel. "Dass daraus nun die Vize-Meisterschaft in Schleswig-Holstein geworden ist, ist schon der Wahnsinn!"

Die kommende Zeit wird nun spannend werden. Was wird aus diesem Erfolgskader? Können Neu-Zugänge gewonnen werden? Bleiben alle vorhandenen Spieler dem Team erhalten? Diese Fragen sind in einer Region, wie Husum, jedes Jahr an der Tagesordnung, denn der berufliche Werdegang, vor allem bei den jungen Spielern, bestimmt allzu oft deren Weg. Wir hoffen natürlich, dass alle an Bord bleiben und weitere Neu-Zugänge das Team verstärken werden. Auf jeden Fall ist jeder Interessent herzlich willkommen!
ERLEBE.DEN.FRIESENGEIST

  • 180324_01
  • 180324_02
  • 180324_03
  • 180324_04
Nach oben